Der Kadervorkurs 


Nach einer Woche Ferien bin ich wieder zurück in Jassbach und zurück im Tarnanzug. Diese Woche stand der Kadervorkurs (KVK) auf dem Programm, bevor dann eine Woche später die Rekruten einrücken. 

Logischerweise hatte ich keine Ahnung, was im KVK genau passiert da ich ja noch nie Kader war. Mir war jedoch klar, dass es um die Vorbereitung der RS geht. Dazu hatten wir diverse Theorien, wie wir mit den Rekruten umzugehen haben, was die Ziele sind und was es sonst noch zu beachten gilt. Zudem haben wir unsere Zugführerin kennengelernt. Ja es ist eine Frau, was wir beide ziemlich cool finden. Ausserdem werden wir auch mehrere Rekrutinnen haben, was ebenfalls ein schönes Zeichen ist. Unsere Zugführerin ist sehr sympathisch und sie ist wie ich ein bisschen älter als die anderen. Von ihr erhalten wir auch alle Aufträge, wann wir was und wo mit den Rekruten machen müssen, sprich welche Lektionen wir vorbereiten müssen, wer für die Verschiebung der Rekruten zuständig ist etc. 

In meiner ersten Lektion darf ich den Rekruten die wichtigsten Abkürzungen näherbringen. Abkürzungen werden ja überall ein bisschen zelebriert, aber in der Armee geht man sehr schnell unter, wenn man sie nicht auf dem Radar hat. Dann stehen noch Gewehrmanipulationen und Sanitätsdienst auf meinem Programm. Wir haben ausserdem einige Romands bei uns im Zug, sprich ich kann mein Französisch weiterhin oft gebrauchen und hoffentlich weiter verbessern :)

Nebst der Lektionenvorbereitung mussten wir natürlich noch Material fassen, kontrollieren und einräumen. Ich bin immer wieder von neuem erstaunt, wie viel Material es für die Ausbildung braucht. Das geht von Funkgeräten, über Feldtelefone bis hin zu den ganzen Textilien. Unser Materialchef hatte diese Woche entsprechend ziemlich viel zu tun. 

Weiter hatten wir auch noch Kaderunterricht. Da meine Kameraden während der RS aufgrund von Corona nicht viel ABC-Unterricht hatten, wurde dies noch nachgeholt. Für mich war es vor allem Repetition, aber es ist immer wieder wichtig, dass wir wissen, was im Falle einer atomaren, biologischen oder chemischen Gefahr zu tun ist und wie man den Schutzanzug richtig anzieht. Mir kamen natürlich die gefühlt unzähligen Stunden ABC-Ausbildung in Stans in den Sinn und damit mein Weg, welchen ich seit fast einem Jahr gehe. Ich hätte damals nie gedacht, dass ich jetzt dort bin, wo ich bin. Aber es ist immer noch eine grossartige Erfahrung und ich bereue meine Entscheidung nach wie vor nicht. 

Nun freue ich mich, dass am Montag die Rekruten einrücken und es mit der RS los geht. Es wird bestimmt eine sehr lehrreiche Zeit, auch wenn der Stress und wenig Schlaf bereits vorprogrammiert sind. 

Wachtmeister Vögeli kümmert sich jetzt aber erst einmal um ihre Wäsche.