Der RS-Start

Nun sind sie also da die Rekruten. Die RS hat angefangen und damit auch ein neues Kapitel und eine neue Erfahrung in meinem Abenteuer Militär. 

Aber von vorne. Am Montagmittag sind die Rekruten eingerückt. Meine Aufgabe an diesem speziellen Tag war am Bahnhof in Thun zu stehen und mit meinen Kameraden sicherzustellen, dass die jungen Frauen und Männer am richtigen Ort ankommen. Zu Beginn dachte ich nicht, dass man Rekruten in zivil so gut erkennt, aber doch man erkennt sie sofort. Alle haben eine grosse Tasche dabei und irgendwie haben sie alle einen Gesichtsausdruck, welcher sie verrät. 

Nachdem alle angekommen waren, ging es für mich auf den Waffenplatz Thun, wo das Einrücken bereits in vollem Gange war. Die Rekruten mussten Dokumente abgeben und unterschreiben und sonstigen Papierkram erledigen. Wer fertig war, hatte seine erste Lektion in militärischen Umgangsformen. Sprich die Rekruten lernten zu grüssen, sich anzumelden und richtig in eine Zweierkolonne zu stehen. Nachdem dies erledigt war, wurden die Rekruten nach Jassbach verschoben, wo sie ihr Tenü erhielten, ihre Zimmer bezogen und auch die erste Feueralarmübung mitmachten.

Am nächsten Morgen ging es mit der nächsten Feueralarmübung los… Auch wir waren überrascht als um 05:40 der Feueralarm losging, aber auch das gehört dazu. Dann hatten die Rekruten bereits die ersten Theorien und Lektionen bei ihren Wachtmeistern, sprich bei meinen Kameraden und mir. Ich muss sagen, das Lektionen geben macht mir Spass. Ich habe schon immer gerne Wissen weitergegeben, auch als ich früher etwas Nachhilfe gab, freute es mich immer, wenn ich Fortschritt sah. Und so ist es auch bei den Rekruten – es heisst ja nicht umsonst RekrutenSCHULE. 

Am Mittwoch stand dann für die Rekruten das Fassen des persönlichen Materials auf dem Programm, während ein Teil der Wachtmeister in den Kaderunterricht berufen wurde. Bei mir stand Sanitätsdienst auf dem Programm. Auch hier kann ich von meiner Ausbildung in Stans profitieren, da ich doch mehr San-Dienst-Unterricht hatte als die meisten meiner Kameraden. Im Kaderunterricht für Leitungsbau war ich allerdings auf die Unterstützung meiner Kameraden aus der anderen Kompanie angewiesen, da ich so etwas noch nie gemacht hatte. Glücklicherweise ist es nicht allzu kompliziert und mit Hilfe der Reglemente wird auch die übernächste Woche anstehende Lektion zum Thema «Leitungsbau» sicherlich gut gehen. 

Am Donnerstag standen wiederum Lektionen auf dem Programm, dieses Mal lag der Schwerpunkt auf den Sturmgewehrmanipulationen. Nachdem es für die Rekruten am Morgen teilweise noch mit etwas Unsicherheit verbunden war, ging es am Abend schon viel besser. Ich musste dies auch am eigenen Leib erfahren, das erste Mal als ich damals eine Pistole in den Fingern hatte, fand ich es auch komisch, aber je mehr man mit der Waffe arbeitet, desto einfacher wird es. 

Zum Schluss der Woche hatten die Rekruten dann einen Tag voller Theorien. Dies gab uns Wachtmeistern die Möglichkeit, die Lektionen der nächsten Woche vorzubereiten. Bei mir steht unter anderem Sanitätsdienst und Fahrzeugtarnen auf dem Programm. Ich bin gespannt, wie das wird. 

Aufgrund von Nacharbeiten konnten einige von uns leider erst am Samstagmorgen nach Hause, aber dafür haben wir uns das Wochenende jetzt so richtig verdient. 

Wachtmeister Vögeli backt jetzt erst einmal Muffins für den Sonntagsbrunch.