Die letzte Woche mit den Rekruten 

Eine RS geht doch 18 Wochen, wie kann es sein, dass du nach 6 Wochen schon von der letzten Woche mit den Rekruten berichtest? Ganz einfach, ich habe den Vorschlag für die Offiziersschule erhalten und werde ab Ende August in Bülach die Führungsunterstützung Offiziersschule (FU OS 30) besuchen :) und ja ich werde meinen Blog weiterhin machen dürfen, weswegen ich diese erfreuliche Nachricht hier auch öffentlich mache. 

Aber vorerst bin ich noch in Jassbach und kümmere mich um die Rekruten. Die Woche hat sehr streng angefangen, da wir ja immer noch mit dem Fahrerzug beschäftigt waren. Am Montag waren wir nach einem Schiesstag mit der ganzen Kompanie biwakieren. Für die Rekruten war dies das erste Mal und sie hatten wie immer sehr viele Fragen. Aber wir haben ihnen gezeigt, wie man ein Biwak-Zelt richtig aufstellt, auf was man achten muss und dann hatten wir auch noch warmes Wetter, was die Erfahrung relativ einfach gemacht hat. Die Rekruten mussten dann natürlich auch im Wald ihr Gewehr putzen und das Essen vorbereiten. Okay, es gab Birchermüesli, da gibt es nicht so viel zu machen, aber da wir schon am Mittag aus der Gamelle gegessen hatten, konnten sie jetzt einmal nachvollziehen, weswegen man diese immer sofort gut putzen muss. 

Nach der eher kurzen Nacht hatten die Rekruten dann am Dienstagmorgen eine Sanitätsausbildung in Thun, was uns Wachtmeistern und dem Leutnant eine kurze Verschnaufpause gab. Am Nachmittag hatten wir dann die letzten Lektionen mit dem Fahrerzug. Insgesamt war es eine coole Erfahrung und es war natürlich für mich spannend zu sehen, wie andere Zugführer arbeiten und wie man mit wenig Personal trotzdem eine möglichst gute Ausbildung sicherstellen kann. 

Am Mittwoch war ich dann zurück bei meinem alten Zug, was auch schön war, weil es der letzte Tag war, an denen ich mit ihnen Lektionen hielt. Am Donnerstag hat nämlich der Fachdienst angefangen und mit diesem haben die Offiziersanwärter nichts zu tun, weil wir ja ab Woche 7 nicht mehr da sind. Natürlich haben wir uns aber den Auftakt nicht nehmen lassen, denn es gab eine Vorstellungsrunde des Kaders und auch eine der Rekruten. Es ist spannend zu sehen aus welchen verschiedenen Sparten die Rekruten kommen und was sie für Ziele für die Zukunft haben. Einige wissen bereits, dass sie auch Offizier machen wollen, was ich natürlich super finde, andere hingegen sind dann glaube ich froh, wenn die 18 Wochen vorbei sind. 

Da ich in Sachen Ausbildung der Rekruten nicht mehr viel zu tun hatte, konnte ich mich auf meine eigene Vorbereitung konzentrieren. Für die OS brauchen wir nämlich unzählige Reglemente. So haben wir uns einmal zu viert durch die Liste gekämpft und geschaut, was haben wir schon und was brauchen wir noch. Weiter habe ich noch etwas ausgemistet und schon alles mit nach Hause genommen, was ich nächste Woche in der Vorbereitungswoche sicherlich nicht mehr brauche. Und ja der Rucksack und die Tasche waren relativ schwer, was vor allem an den Unterlagen lag. Nun bin ich gespannt auf die Vorbereitungswoche. Das Programm scheint spannend, intensiv und abwechslungsreich zu werden. 

Wachtmeister Vögeli gönnt sich jetzt aber erst einmal ein Glas Wein mit zwei Freundinnen auf dem Balkon.