Der Start der OS

So nun ist es also Realität geworden – ich bin in Bülach in die Offiziersschule eingerückt. Ich hätte vor einem Jahr nie gedacht, dass ich das wirklich machen würde. Aber jetzt ist es so und es beginnt ein neues Kapitel in meiner militärischen Laufbahn. 

Zugegeben ich war extrem nervös beim Einrücken, weil ich keine Ahnung hatte, was mich genau erwartet. Wie werden die anderen Aspiranten auf mich reagieren, wie sind die Ausbildner, hat es noch andere Frauen etc. Dass es streng wird, war mir von Anfang an klar und diese Erwartung wurde definitiv nicht enttäuscht. 

Am Morgen standen zuerst einmal die ganzen Formalien auf dem Programm, die es beim Einrücken halt so gibt. Am Nachmittag stand dann bereits die erste Sportlektion auf dem Programm und natürlich haben wir auch noch das ganze Material für die OS gefasst. Irgendwie wird es jedes Mal, wenn ich Material fasse, mehr Material. Dieses Mal kam z.B. noch ein Fahrrad dazu. Und ja dieses kam auch schon zum Einsatz. 

Eingeteilt sind wir in Klassen, welche von allen Schulen wild durchmischt sind. Ich bin nur einem Kameraden aus meinem Zug in der Klasse, die anderen sind in die anderen Klassen eingeteilt. Aber es hat noch ein paar Kameraden aus Jassbach, so dass ich also nicht ganz alleine die Fahne der Elo Op Schule 64 hochhalten muss :) Ausserdem hat es auch noch eine andere Frau in meiner Klasse, was ich super finde. Sie ist sehr sympathisch und wir können uns gegenseitig unterstützen. Auch in den anderen Klassen hat es noch weitere Frauen und wir teilen uns alle gemeinsam ein Zimmer. Mit so vielen Leuten habe ich noch nie ein Zimmer geteilt. Aber man gewöhnt sich schnell daran und am Abend ist man eh so müde, dass man nur noch irgendwo schlafen gehen will. 

Am zweiten Tag gab es bereits Morgensport in Form eines OLs auf dem Waffenplatz. Dieser hat sicherlich geholfen, dass wir uns auf dem Waffenplatz etwas besser zurechtfinden können. Dann stand Fassung der Fahrzeuge und am Nachmittag die Fassung des Offiziersmaterials auf dem Programm. Das heisst, ich habe jetzt eine Pistole und auch eine Offizierskiste. Und dann hatten wir noch zum ersten Mal Zugschule mit unserem Klassenlehrer. Am Abend wurden wir dann noch über die Eintrittsübung orientiert und wir haben unsere Vorstellungsrunde vorbereitet. 

Am Mittwoch ging es also auf die Eintrittsübung. Wir waren den ganzen Tag mit den Fahrrädern unterwegs und haben an diversen Posten immer wieder andere Themen behandelt. Sei es nun Kartenlehre, der Umgang mit der Bussole oder Manipulieren mit der Pistole. Übernachtet haben wir natürlich nicht in der Kaserne, sondern in einem Art Schopf. Wir waren die ganze Klasse zusammen und hatten einmal die Möglichkeit uns ein wenig besser kennenzulernen. 

Auch am nächsten Morgen stand dann noch einmal eine Velotour auf dem Programm, bevor wir zurück in die Kaserne gingen. Dann hatten wir Funkausbildung und noch einmal Pistolenmanipulationen. Das Manipulieren mit der Pistole ist für mich natürlich Repetition, aber es ist immer gut, diese regelmässig zu wiederholen. Zum Abschluss des Tages stand dann noch ein 10km Waffenlauf an. Und ja nach dem ganzen Sport habe ich jetzt ziemlichen Muskelkater in meinen Beinen. 

Am letzten Tag der ersten Woche hatten wir glücklicherweise nur noch Theorien. Besonders spannend fand ich die Taktikausbildung. Hier kann ich sicherlich sehr viel über das Funktionieren der Armee und Sicherheitspolitik lernen. 

Im Rückblick ging die Woche sehr schnell vorbei, aber wenn man in gewissen Übungen drin ist, hat man das Gefühl, es höre nicht mehr auf. Aber man muss es immer positiv sehen, die erste Woche ist durch. Jetzt sind es noch 14 Wochen zu überstehen. 

Aspirantin Vögeli freut sich jetzt aber sehr auf ihr Bett.