Die Durchhalteübung

Es ist geschafft! Die Durchhalteübung (DHU) ist vorbei und wir haben den grössten Teil der OS überstanden. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe. 

Wir wurden nicht enttäuscht. Die DHU war anstrengend, wir hatten wenig Schlaf, aber es war auch sehr abwechslungsreich. 
Alles fing am Samstagmittag mit einer Befehlsgebung und einer anschliessenden Entschlussfassungsübung an. Danach mussten wir unser Material bereitmachen und in einer Halle bereit machen. Dann ging die Übung so richtig los. Wir mussten einen Triathlon machen, sprich 2km schwimmen im Team, danach 40km Radfahren und 8km joggen. Danach hatten wir die Möglichkeit zu duschen und für Schlaf blieb noch eine knappe halbe Stunde.

Um 0145 gab es die nächste Aufgabe. Wir mussten das Mikrodispositiv vorbereiten. Ich wurde Zugführerin und musste schauen, dass alles funktioniert. Meine Klasse hat gut gearbeitet und wir haben alle Deadlines erreicht. Danach mussten wir alles wieder abbauen und uns für die Verschiebung vorbereiten. Hierbei wurde es etwas stressig, weil es nicht ganz so geklappt hat, wie geplant, aber am Schluss ist doch noch aufgegangen. Es folgten diverse Standortbezüge, bis wir am finalen Standort ankamen. Auch hier war wenig Schlaf angesagt, weil wir noch auf die Wache plus noch eine schriftliche Aufgabe erledigen mussten. Am Montag ging es weiter mit dem Bezug eines Knotenstandortes. Dort mussten wir auf einem Bauernhof, einen technischen Standort einrichten. Als wir damit fertig waren und uns schon auf etwas Ruhe freuten, mussten wir wieder alles abbauen und an einen weiteren Ort verschieben. 

Am neuen Standort mussten wir unser Material putzen und kontrollieren, danach konnten wir das technische Material und die Fahrzeuge abgeben. Weiter ging es mit Nachtessen, danach folgte ein Nacht-OL und weiter die Verschiebung zu Fuss einen steilen Hang hinauf mit dem ganzen Gepäck, sprich Splitterschutzweste, Helm, Kampfrucksack und Schlafsack. Ich will gar nicht erst wissen, wieviel diese Packung wiegt. Morgens um etwa 0400 sind wir an unserem Biwak-Platz angekommen. Wir wollten uns nur noch im Schlafsack verkriechen und schlafen. Dies konnten wir dann tatsächlich auch machen :) Um 0900 war anschliessend Tagwache. Wir mussten den Platz aufräumen und danach unser Essen auf dem Feuer machen. Nach dem Essen ging es wieder mit der ganzen Packung an einen neuen Ort, wo wir mit dem Superpuma abgeholt wurden. Wir durften mit den Helikopter nach Stans verschieben, wo wir in der Nähe der Kaserne waren. Es fühlte sich ein wenig nach Heimat an, als ich den Weg sichern musste, auf welchem ich die Entscheidung getroffen hatte, in die Milizarmee einzutreten :)

Nach dem alle wohlbehalten angekommen waren, gab es einen kurzen Übungsunterbruch, bei welchem wir ein Teil des Materials abgeben duften. Weiter ging es mit einem gesicherten Halt und der Vorbereitung der Exfiltrationsübung. Die Exfiltrationsübung dauerte die ganze Nacht. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich die Übung jedoch abbrechen. Danach habe ich nicht mehr allzu viel verpasst. Für meine Kamerad*innen stand noch ein ABC-Marsch auf dem Programm bevor sie ihr Material und sich für den 100km Marsch vorbereiten konnten. Ich wurde zurück nach Bülach gebracht, wo ich eine Kameradin bei den Vorbereitungen für den 100km Marsch mithalfen.
 

Der 100km Marsch war dann noch einmal ein spezielles Erlebnis. Auch wenn ich nicht mitmarschieren konnte, war ich dennoch nahe dabei. Meine Aufgabe war es die Zwischenverpflegungsposten zu betreuen. Es war hart, den Kamerad*innen beim Leiden zuzuschauen. Ich habe versucht sie wenigstens moralisch zu unterstützen und irgendwie Wasserflaschen zu füllen, wenn sich jemand kurz setzen musste. Einige brauchten mal ein Traubenzucker oder Magnesium oder auch mal ein wenig Schokolade. 
Nach dem Marsch haben mir einige Kamerad*innen gesagt, dass der moralische Support schon viel Wert gewesen sei. Das hat mich persönlich sehr gefreut, so konnte ich mich wenigstens ein wenig nützlich machen.

Nach dieser anstrengenden Woche war ich ziemlich geschafft. Ich brauchte das ganze Wochenende Ruhe, um mich wirklich zu erholen. Jetzt stehen noch die Abschlussarbeiten und die Beförderung an und dann ist auch dieses Abenteuer geschafft. 

Aspirantin Vögeli geht jetzt erst einmal weiterschlafen.