Die grosse Inspektion

Woche 12 und die damit verbundene Inspektion durch den Kommandanten des Lehrverbandes sind überstanden. 

Vorneweg: wir haben als ganze OS in der Inspektion die Note «sehr gut» erhalten :) Dieses Resultat hat uns natürlich alle sehr gefreut, schliesslich haben wir hart dafür gearbeitet. Aber von vorne. 

Am Montagmorgen hatten wir die Befehlsausgabe für die Inspektion. Die Inspektion fand in Form einer Übung statt. Wie schon während der ganzen OS war unsere Klasse ein Knotenzug, der statisch ist und sich nicht verschiebt, während andere Züge mit den Kampfverbänden mitverschieben müssen, um die Kommunikationsverbindungen sicherzustellen. Speziell war, dass der Kompaniekommandant dieses Mal bei uns auf dem Standort war und wir deswegen eine Gefechtsordonnanz für ihn stellen mussten. Diese Aufgabe fiel mir zu. Eine Gefechtsordonanz kann man sich als Assistenzstelle vorstellen. Man hilft dem Kommandanten die Übersicht über die verschiedenen Züge zu haben, man macht Abklärungen, Notizen oder sucht kreative Lösungen, wenn einmal etwas nicht funktioniert. Das Spannende an der Sache ist, dass man einen Überblick über die ganze Übung erhält. Man sieht wirklich, wo was läuft, wo es gerade Probleme gibt und was bei den anderen Zügen die Herausforderungen sind. Über den Funk hört man auch immer, was die Züge und Gruppen untereinander funken, was beim Zuhören durchaus auch einmal amüsant sein kann :)

Die Aufgabe als Gefechtsordonnanz hat mir sehr gefallen und konnte sehr viel mitnehmen. Dies entschädigt sicher etwas für die Vorbereitungsarbeiten. Vor allem das Geländemodell, welches ich mit meiner Kameradin machen musste, war teilweise eine etwas nervenaufreibende Aufgabe. Die erste Version war gut, aber dann mussten wir das Ganze noch ergänzen und vergrössern, was zur Folge hatte, dass es Probleme mit den Proportionen gab und wir gewisse Dinge wieder ausschneiden mussten und das Plakat wieder neu zusammenkleben mussten. Insgesamt waren 6 Flipchart-Plakate zusammengeklebt, was ziemlich gross ist. Und da wir im Klassenzimmer dafür keinen Platz hatten, machten wir es draussen auf dem Gang, wo die ganze Zeit noch Leute durchliefen und Kommentare fallen liessen. In diesem Moment habe ich schon kurz gedacht: «Habe ich ernsthaft meinen tollen, internationalen Job aufgegeben, damit ich am Montagabend um halb Elf auf den Knien Plakate malen kann?». Aber auch dieser Moment ging vorüber. Am Schluss haben wir ein gutes Produkt abgeliefert und unser Zugführer hat eine sehr gute Befehlsausgabe gemacht, bei welcher auch unser Geländemodell zum Einsatz kam :)

Nach dieser kurzen, aber intensiven Woche durften wir am Donnerstagmorgen abtreten. Jedoch ist es nichts mit einem langen Wochenende, denn am Samstagmittag müssen wir bereits wieder in Bülach sein, weil da die Durchhalteübung anfängt. Der Schulkommandant hat bereits angekündigt, dass sie anspruchsvoll sein wird. Sind wir also gespannt, was uns da erwartet. Ich nehme an, spassig ist anders. 

Aspirantin Vögeli geht jetzt erst einmal für die Mobilmachung einkaufen.