Zurück in der Armee – der Beginn der UOS


Hallihallo liebe Leser*innen

Ich melde mich nach über einem Monat Funkstille wieder zurück. Und zwar bin ich nicht nur zurück in der Schweiz, sondern auch zurück im Tenü grün. Warum, wieso und wie das passiert ist, erfahrt ihr gleich. Nur eins vorneweg, ja ich mache das freiwillig und ich freue mich, dass ich euch weiterhin auf meinem Abenteuer mitnehmen darf. 

Wo bist du, was machst du und wie genau bist du auf die Idee gekommen? 

Zuerst eins nach dem anderen. Ich bin jetzt offiziell in der Schweizer Armee eingeteilt, so mit Dienstbüchlein, WKs, Obligatorischem Schiessen etc. Da ich schon einige Zeit im militärischen Umfeld verbracht habe und auch militärisch ausgebildet bin, musste ich jedoch nicht mehr bei der Rekrutenschule anfangen, sondern konnte direkt bei der Unteroffiziersschule (UOS) einsteigen. Ich befinde mich also in meiner Ausbildung zum Wachtmeister. Und zwar kann ich dies beim Lehrverband Führungsunterstützung machen, wofür ich sehr dankbar bin. Ich bin bei der Elektronischen Kriegsführung (EKF) als Nachrichtenunteroffiziersanwärter eingeteilt, genauer besuche ich die Elo Op Schule 64 in Jassbach. (Diese hat übrigens einen Instagram-Kanal und eine Facebookseite, also alle bitte einmal abonnieren, schliesslich wurde ich ins Social Media Team aufgenommen :))

Wie es dazu kam, ist eigentlich relativ einfach, bereits während der Ausbildung in Stans wurde uns Frauen ohne militärische Grundbildung die Möglichkeit erläutert, dass wir in die Milizarmee übertreten könnten. Da ich irgendwie Freude am Militär gefunden hatte, hatte ich mir schon in Stans überlegt, dass dies eine Möglichkeit nach dem Einsatz sein könnte. Schliesslich eröffnen sich mir dadurch neue Möglichkeiten im Bereich der militärischen Friedensförderung oder auch in anderen Bereichen. Ausserdem kann ich bereits als Unteroffizier Leute führen, wozu ich in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn noch keine Gelegenheit hatte. Weiter gibt es für mich im Bereich Verteidigung noch einiges zu lernen, was ein zusätzlicher Grund ist, diesen Weg weiterzuverfolgen. Ich hatte mich also bereits in Stans mit dem Thema Milizarmee auseinandergesetzt und mich dann mit diversen Leuten über diese Möglichkeit unterhalten. Die meisten, welche bereits Armeedienst geleistet haben, fanden dies eine gute Möglichkeit und sie haben mich unterstützt und mir alle möglichen und vermutlich auch unmöglichen Fragen beantwortet. Bereits in Stans hat dann auch einer der Stabsoffiziere gemeint, dass die EKF etwas für mich sein könnte. So wie es aussieht, wird besagter Stabsoffizier mein Kommandant beim Abverdienen des Wachtmeisters, worauf ich mich sehr freue. 

Die endgültige Entscheidung fiel jedoch erst im Kosovo als es dann auch mit der Bewerbung so richtig ernst wurde. Nachdem klar war, wann die Anwärterprüfungen sind und was da ungefähr gefragt sein wird, ging es ans Lernen. Hierbei wurde ich, wie bereits in einem vorherigen Beitrag bereits einmal erwähnt, von meinem Team unterstützt. Nachdem ich die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen hatte, wurde mir mitgeteilt, dass ich zur EKF gehen könne und dort die UOS absolvieren dürfe. Ich habe mich natürlich riesig gefreut und gleichzeitig wurde mir bewusst, dass es ernst wird und dass es kein Zurück mehr gibt. 

So und nun bin also wieder da, am Schreiben meines ersten Blogbeitrages nach den ersten drei Tagen UOS – Auffahrt sei Dank haben wir eine kurze Woche hinter uns, was mir den Einstieg etwas erleichtert hat.

Ich war natürlich am Montag beim Einrücken ziemlich nervös und ich fragte mich, wie die Leute auf mich reagieren würden und wie es werden würde. Also ich kann sagen meine Kamerad*innen sind alle sehr nett und hilfsbereit. Sie unterstützen mich, wenn ich wieder nicht weiss, wo ich jetzt genau hin muss oder wie das mit Material funktioniert, welches ich bisher nicht zur Verfügung hatte. Natürlich sind alle zehn Jahre jünger als ich, aber ich denke, damit komme ich zurecht, denn ich wusste es ja vorher. Und ja es ist militärisch und natürlich etwas strenger als zuvor in Stans oder im Kosovo. Die Zimmerordnung muss eingehalten werden und auch ansonsten gibt es eine Menge Vorgaben, die ich vorher so nicht unbedingt kannte, aber auch das gehört zur Erfahrung dazu. 

Die ersten drei Tage waren glücklicherweise noch nicht allzu streng, aber ich bin mir sicher, das ändert sich in Woche zwei schlagartig. Wir waren in den ersten zwei Tagen vor allem mit dem Fassen und Vorbereiten des Materials beschäftigt. Wie immer gibt es wieder unglaublich viele Dinge, die man für alles Mögliche braucht. Glücklicherweise hat mir meine Zimmergenossin beim Einräumen der Sachen geholfen, da ich teilweise komplett verloren war. Weiter hatten wir natürlich auch Sport, die ersten Theorielektionen mit unserem Klassenlehrer und noch ein paar weitere Programmpunkte. Am Mittwochabend durften wir dann bereits abtreten – im Tenü A. Das ist der «Ausgänger». Ein solchen Tenü besitze ich zum ersten Mal und die Krawatte konnte ich nur dank eines Youtube-Tutorials einigermassen sinnvoll binden. Ich muss mir das übers Wochenende noch einmal von einem Freund zeigen lassen :) Ansonsten hat es aber in den ersten drei Tagen ganz gut geklappt, ich denke es wird eine sehr spannende, lehrreiche und teilweise harte Zeit – Stichwort Nachtübung nächste Woche… 

So nun freue ich mich aber erst einmal auf mein langes Wochenende. 

Soldat Vögeli geht jetzt ihre neuen Kampfstiefel einlaufen.